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301- und 302-Weiterleitungen — Unterschied, Einsatz und SEO-Wirkung

Was ist eine 301- und was eine 302-Weiterleitung? Wann welche zum Einsatz kommt, wie sie das Google-Ranking beeinflusst und wie man sie auf WordPress, cPanel und Next.js richtig einrichtet.

301- und 302-Weiterleitungen — Unterschied, Einsatz und SEO-Wirkung

Sie strukturieren Ihre Website um, ziehen auf eine neue Domain um oder führen mehrere Websites zu einer zusammen? Wenn Sie dabei die Weiterleitungen nicht richtig einrichten, riskieren Sie Besucher, Google-Rankings und jahrelange SEO-Arbeit zu verlieren. In diesem Artikel erklären wir, was 301- und 302-Weiterleitungen sind, worin der Unterschied liegt und wie Sie sie korrekt einsetzen.

Was ist eine Weiterleitung?

Eine Weiterleitung (Redirect) ist eine Anweisung des Servers an den Browser: „Die gesuchte Seite ist nicht hier — geh zu dieser anderen Adresse.“ Besucher bemerken das meist gar nicht, denn die Weiterleitung geschieht in Sekundenbruchteilen. Für Google trägt der Typ der Weiterleitung jedoch eine sehr wichtige Botschaft.

Die Zahlen 301 und 302 sind HTTP-Statuscodes — standardisierte Serverantworten. Es gibt auch andere (307, 308, Meta-Refresh, JavaScript-Weiterleitungen), aber in der Praxis entscheiden Sie sich in 95 % der Fälle zwischen diesen beiden.

301 — permanente Weiterleitung

Der Code 301 bedeutet: „Diese Seite ist dauerhaft an eine neue Adresse umgezogen.“

Google nimmt das wörtlich: Die alte URL fliegt aus dem Index, die neue wird an ihrer Stelle indexiert und — am wichtigsten — fast die gesamte SEO-Autorität (Backlinks, Historie, „Link Juice“) wird von der alten auf die neue Seite übertragen.

Eine 301 verwenden Sie, wenn Sie:

  • von einer alten Domain auf eine neue umziehen (z. B. meinefirma.co.at → meinefirma.at)
  • von HTTP auf HTTPS umstellen
  • Ihre URL-Struktur ändern (z. B. /produkt?id=15 → /produkte/fiat-punto-scheinwerfer)
  • eine Seite dauerhaft löschen und auf die ähnlichste bestehende weiterleiten
  • mehrere Websites zu einer zusammenführen (Domain-Konsolidierung)
  • doppelte Versionen Ihrer Website bereinigen (www vs. ohne www)

Das letzte Szenario ist häufiger, als man denkt. Wenn Ihre Website sowohl unter www.seite.at als auch unter seite.at ohne Weiterleitung erreichbar ist, sieht Google zwei Websites mit identischem Inhalt — und Ihre Autorität halbiert sich.

302 — temporäre Weiterleitung

Der Code 302 bedeutet: „Die Seite ist vorübergehend unter einer anderen Adresse, kommt aber zurück.“

Google behält deshalb die alte URL im Index und überträgt keine Autorität auf die neue. Die neue Adresse ist nur eine Zwischenstation.

Eine 302 verwenden Sie, wenn Sie:

  • Wartungsarbeiten oder ein Redesign durchführen und vorübergehend auf eine Hinweisseite umleiten
  • eine saisonale Aktion fahren (z. B. eine Produktseite zeigt vorübergehend auf eine Aktionsseite)
  • verschiedene Seitenversionen per A/B-Test vergleichen
  • Nutzer nach Standort oder Sprache umleiten, die Original-URL aber indexiert bleiben soll

Der häufigste — und teuerste — Fehler

Eine 302 dort einsetzen, wo eine 301 hingehört. Wenn Sie mit einer 302-Weiterleitung auf eine neue Domain umziehen, hält Google weiterhin die alte Domain für die „echte“, überträgt keine Autorität, und Ihre neue Website startet in der Suche bei null. Dieser Fehler kommt ständig vor — oft weil manche Plugins und Hosting-Panels standardmäßig 302er erzeugen.

Google ist mit der Zeit nachsichtiger geworden (lang bestehende 302er werden irgendwann wie 301er behandelt), aber „irgendwann“ kann Monate im Ranking-Niemandsland bedeuten. Warum das Risiko eingehen, wenn der richtige Code nur eine Einstellung entfernt ist?

Weitere häufige Fehler

Weiterleitungsketten (Redirect Chains). Seite A zeigt auf B, B auf C, C auf D. Jeder Sprung verlangsamt das Laden und lässt einen Teil der Autorität „versickern“. Die Regel: immer direkt auf die endgültige Adresse weiterleiten, in einem einzigen Sprung.

Alles auf die Startseite umleiten. Beim Abschalten einer alten Website ist es verlockend, alle URLs auf die neue Startseite zu leiten. Google wertet das als „Soft 404“ und überträgt keine Autorität. Richtig ist ein Seite-zu-Seite-Mapping: alte Leistungsseite → neue Leistungsseite.

Vergessene Weiterleitungen. Weiterleitungen für dauerhaft verschobene Seiten sollten Jahre bestehen, nicht Monate. Entfernen Sie sie zu früh, liefern alle alten Links (von anderen Websites, aus Google, aus Lesezeichen der Besucher) plötzlich einen 404-Fehler.

Weiterleitungsschleifen (Redirect Loops). A zeigt auf B, B zurück auf A. Der Browser meldet „ERR_TOO_MANY_REDIRECTS“ und die Website ist nicht mehr erreichbar. Das passiert meist bei einer ungünstigen Kombination aus Plugin- und Servereinstellungen.

So richtet man Weiterleitungen in der Praxis ein

.htaccess (cPanel / Apache-Hosting)

Beim klassischen Shared Hosting werden Weiterleitungen meist in der Datei .htaccess im Stammverzeichnis der Website eingetragen:

apache
# Permanente Weiterleitung einer einzelnen Seite
Redirect 301 /alte-seite/ https://www.seite.at/neue-seite/

# Gesamte alte Domain auf die neue (Seite-zu-Seite)
RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} ^altedomain\.at$ [NC]
RewriteRule ^(.*)$ https://neuedomain.at/$1 [R=301,L]

cPanel bietet auch ein grafisches „Redirects“-Werkzeug, falls Sie Dateien nicht manuell bearbeiten möchten.

WordPress

Für einzelne Weiterleitungen ist das kostenlose Plugin Redirection am einfachsten, alternativ der Redirect-Manager von Rank Math / Yoast Premium. Der Plugin-Vorteil: Es zählt die Aufrufe, sodass Sie sehen, welche Weiterleitungen tatsächlich genutzt werden und wo Besucher noch auf alten URLs landen.

Next.js

Bei modernen Next.js-Websites werden Weiterleitungen in der next.config.js definiert:

js
async redirects() {
  return [
    {
      source: '/alte-seite',
      destination: '/neue-seite',
      permanent: true, // true = 308 (permanent), false = 307 (temporär)
    },
  ]
}

Hinweis: Next.js verwendet die Codes 308 und 307 — die modernen Entsprechungen von 301 und 302, die Google in Bezug auf SEO identisch behandelt. Bei einem statischen Export auf klassischem Hosting laufen Weiterleitungen weiterhin über die .htaccess.

So prüfen Sie Ihre Weiterleitungen

Vertrauen Sie einer Einrichtung nie blind. Prüfen Sie mit:

  • httpstatus.io oder redirect-checker.org — URL eingeben und den genauen Statuscode samt kompletter Weiterleitungskette sehen.
  • Google Search Console — der Indexierungsbericht zeigt Seiten mit Weiterleitungen und mögliche Probleme.
  • Screaming Frog (kostenlos bis 500 URLs) — crawlt die gesamte Website und findet Ketten, Schleifen und defekte Weiterleitungen.

Fazit

Die Regel ist einfach: dauerhafte Änderung = 301, vorübergehende Änderung = 302. Aber der Teufel steckt im Detail — im Seiten-Mapping, im Vermeiden von Ketten und darin, Weiterleitungen lange genug aktiv zu lassen.

Weiterleitungen gehören zu jenen unsichtbaren technischen Details, die darüber entscheiden, ob eine Website-Migration reibungslos verläuft oder Sie Rankings kostet, die Sie über Jahre aufgebaut haben. Wenn Sie einen Umzug auf eine neue Domain, ein Redesign oder die Zusammenführung mehrerer Websites planen — diese Arbeit lohnt es sich, gleich beim ersten Mal richtig zu machen.

Planen Sie eine Website-Migration oder Domain-Konsolidierung? Kontaktieren Sie uns — wir übernehmen das Redirect-Mapping und migrieren Ihre Website ohne Verlust von SEO-Autorität.

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